Entgiftung - Frühjahrsputz für Körper und Seele

Viele Menschen fühlen sich gerade im Frühling müde und schlapp. Das hat verschiedene Ursachen. Der Körper benötigt eine gewisse Zeit, um sich an die längeren Tage bzw. die neuen Lichtverhältnisse anzupassen. Davon betroffen ist vor allem der Melatonin-Spiegel. Melatonin, das sogenannte Schlafhormon, wird bei Dunkelheit verstärkt gebildet. Die Anpassung der Hormonausschüttung an die längere Tagesdauer und die Helligkeit passiert nicht in Echtzeit. Daher „leidet“ der Mensch im Frühling quasi an einem Melatoninüberschuss. Dies trägt zu den bekannten Symptomen der Frühjahrsmüdigkeit bei.

Eine rasche Ermüdbarkeit kann aber auch auf eine geschwächte Leberfunktion hindeuten. Das heißt nicht, dass die Leber krank sein muss, sondern dass sie überlastet ist. Die Ursachen hierfür sind vielfältiger Natur. Im Winter funktioniert der menschliche Stoffwechsel verlangsamt. Das führt dazu, dass die Leber im Frühling Arbeit aufholen muss. Daneben ist vieles, was die Leber belastet, Teil unseres modernen Lebensstils.

Support für unsere „Entgiftungsstation“, die Leber

Über 30.000 chemische Stoffe muss unser Körper im Durchschnitt verarbeiten. Die Leber bildet dabei eine entscheidende Schaltstelle für Gesundheit und Wohlbefinden. Sie ist das wesentliche Organ des Stoffwechsels und kann als zentrale „Entgiftungsstation“ unseres Körpers bezeichnet werden. Sie ist unter anderem an der Verarbeitung und Speicherung von Nährstoffen sowie am Abbau und der Ausscheidung von Giftstoffen beteiligt. Angesichts der ständig steigenden Schadstoffbelastung wird die Leber heutzutage jedoch extrem strapaziert.

Stress für die  Leber bedeutet folglich Stress für den Körper

Zu viel Fleisch, Fett und Zucker, die häufig in Fertigprodukten versteckt sind, fordern die Leber bzw. den Leberstoffwechsel. Zu den Dingen, welche die Leber strapazieren, gehören aber auch chemische Konservierungs- und Zusatzstoffe, Alkohol, Medikamente, Umweltgifte und chronischer Stress. Der Alltag erfordert also von der Leber Höchstleistungen. Zudem ist auch unsere Lebensweise oft nicht sehr „leberfreundlich“.

Körper mit Kräutern unterstützen

Um den Körper optimal beim „Frühlingsputz“ zu unterstützen, verwendet die Tibetische Medizin und Konstitutionslehre verschiedene Pflanzen, um die Leberenergie (tibetisch chintri) aus dem Winterschlaf zu holen und das Verdauungsfeuer (tibetisch medrod) wieder zu entfachen. Ein gesundes Verdauungsfeuer hilft die natürliche Verdauungsfunktion zu unterstützen und wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Die bekannteste Rezeptur in der tibetischen Tradition gegen ein schwaches Verdauungsfeuer ist die Granatapfel-Rezeptur „Se ’bru 5“. Neben der Verdauung ist auch die Leber ein wichtiges Organ, um den Körper nach dem Winter wieder in Schwung zu bringen. So unterstützt die tibetische Rezeptur „Bras bu 3“ die Leber, ihre Reinigungsfunktion und ihre Regenerationsfähigkeit. Sie besteht aus drei Früchten: Myrobalanenfrucht, Terminalia-bellirica-Frucht und Amlafrucht, die wertvolle Polyphenole, Bitter- und Gerbstoffe enthalten. Die Myrobalanenfrucht wird auch als „Königsmedizin“ bezeichnet und gilt als Frucht des Medizinbuddhas. Aufgrund ihrer balancierenden Eigenschaften kommt sie in sehr vielen Rezepturen der Tibetischen Medizin und Konstitutionslehre vor.

Mit tibetischen Tipps gelingt ein vitaler Start in den Frühling

1. Um die Verdauungsenergie in Schwung zu bringen, empfiehlt es sich bereits am Morgen auf den leeren Magen 1-2 Gläser warmes/heißes Wasser oder Ingwer-Tee mit Honig zu trinken. Dies entfacht das Verdauungsfeuer für den ganzen Tag.

3. Verzicht auf Genussmittel: Während einer Kur sollten Kaffee, Alkohol und Nikotin nicht auf der „Speisekarte“ stehen. Um die Giftstoffe und Schlacken aus dem Körper zu spülen, viel Wasser und ungesüßten Tee trinken. Kalte Getränke meiden.

4. Verzichten Sie auf fettige, schwer verdauliche oder kalte Speisen (Salate, Rohkost, Smoothies). Wenn möglich, essen Sie gekochtes/gedämpftes Gemüse, Suppen und bekömmliche Mahlzeiten.

5. Genießen Sie Ihr Abendessen nicht zu spät. Nach dem Abendessen Milchprodukte oder Süßigkeiten vermeiden. Leichte Speisen sind besser verdaulich und helfen ruhiger zu schlafen.

6. Leberwickel als „Entgiftungsturbo“: Leberwickel sind für die Entgiftung optimal geeignet. Zuerst ein warmes, feuchtes Tuch auf die Haut in Höhe der Leber (unter dem rechten Rippenbogen) platzieren, dann eine Wärmeflasche auflegen und mit einem trockenen Tuch zudecken. 20 Minuten entspannen.

6. Ab in die Natur. Bewegen Sie sich an der frischen Luft und passen Sie Bewegung und Sport dem eigenen Fitness-Level und Alter an.
Nicht auf kalten Flächen (Stein, Boden,..) sitzen, wenn Sie eine Pause einlegen. Nehmen Sie eine warme Decke oder sitzen Sie nur auf erwärmten Flächen.