Mit der richtigen Energie durch den Herbst

Mit dem Herbst kommt auch das kalte und nasse Wetter. Besonders beim Wechsel der Jahreszeiten braucht der Körper mehr Beachtung und Unterstützung. Aus Sicht der Tibetischen Konstitutionslehre beeinflussen die Jahreszeiten den menschlichen Körper und das Immunsystem. Deshalb wird empfohlen, die Ernährung und das Verhalten anzupassen, um die saisonalen Umstände zu neutralisieren und so ein gesundes Gleichgewicht beizubehalten.

Die heißen Temperaturen des Sommers erhöhen auch die innere Hitze im Körper. Die Sonne stärkt das Feuer-Element und somit die Kraft der sogenannten TripaEnergie (tibetisch für Galle). Die Sommermonate führen grundsätzlich zu einem Anstieg der Galle-Energie. Obwohl im Herbst die Tage kürzer und kühler werden, wirken die Sonnenstrahlen dennoch intensiv. Dadurch können die Körper-Energien aus der Balance geraten.

Der Organismus reagiert auf den Wechsel der Jahreszeiten auf verschiedene Weise. Gemäß der Tibetischen Konstitutionslehre leisten Ernährung, Verhalten und pflanzliche Kräutermischungen einen wertvollen Beitrag, um den Körper auf sanfte und natürliche Weise zu unterstützen und ins Gleichgewicht zu bringen.

Die herbstliche Ernährung

Mit der richtigen Ernährung kann das Gleichgewicht der Energien aufrecht gehalten werden. Allgemein ist es sinnvoll, auf saisonale Nahrungsmittel zu achten. Nach der Tibetischen Konstitutionslehre sind im Herbst Nahrungsmittel, die süß, bitter und herb im Geschmack sind, zu empfehlen. Dies können Birnen, Äpfel, Bananen, süßes Gemüse wie Kürbis, Bittersalate wie Rucola, Chicoree, Artischocken, Müsli, Weizenprodukte, Linsen, Milchprodukte (nicht zu fett), Kohlenhydrate wie Reis und Nudeln, Haferbrei und warme Suppen (auch Fleisch- oder Knochenbrühe) sein. Zudem sind Fruchtsäfte und Jasmintee geeignet, um die heiße Galle-Energie zu harmonisieren.

Die Ernährung im Herbst darf im Allgemeinen mehr Proteine und tierische Produkte enthalten. Besonders wichtig ist es, die Mahlzeiten (Frühstück, Mittagessen und Abendessen) regelmäßig einzunehmen und nicht auszulassen.

Kräuter als sinnvolle Unterstützung und Nahrungsergänzung

In dieser Jahreszeit ist es wichtig, die Körperenergien auf natürliche Weise mit speziellen Kräutern und Mineralien zu unterstützen. Für die Tibetische Konstitutionslehre ist besonders die Myrobalane im Herbst - der „Galle-Jahreszeit“ - für das Erhalten des Gleichgewichts der Energien wichtig.

Die Myrobalanenfrucht vereint alle Geschmacksrichtungen und wird in der Tibetischen Konstitutionslehre einer „Königsrolle“ zugeschrieben, da die Pflanze bei allen drei Energien des Körpers einen balancierenden Effekt hat.

Die tibetische 3-Früchte-Formel ´Bras bu 3 ist eine klassische Rezeptur der Tibetischen Konstitutionslehre und ein Nahrungsergänzungsmittel aus drei Früchten. Nach Tibetischer Auffassung stärkt es die Leberfunktion, harmonisiert die drei Körper-Energien Lung (Wind), Tripa (Galle) und Beken (Schleim) und fördert den „Fluss der Galle-Energie“.

Gewürze wie Ingwer, Kardamom und Muskatnuss können in dieser kalten Zeit den Körper von innen wärmen. Ingwer kann sowohl als Gewürz oder als Tee-Aufguss mit Honig getrunken werden. Auch Kardamom ist als Gewürz oder in Tees einsetzbar. Muskatnuss sorgt nach Tibetischer Auffassung für semde, tibetisch für "mentale Gelassenheit" und kann am Abend oder Morgen mit warmer Milch getrunken werden. Die Tibetische Konstitutionslehre empfiehlt wärmende Kräuterrezepturen wie Se’bru 5. Sie besteht aus Kardamom, Zimt, Langem Pfeffer, Galgant sowie Granatapfelsamen und eignet sich gut, um medrod, tibetisch für "Verdauungsfeuer", zu unterstützen.

Was man selbst tun kann

Unterstützend zur Ernährung helfen Massagen z.B. mit Senföl, wohltuende Entspannungsbäder, Spaziergänge in der Natur und leichte Yoga-Übungen. Außerdem ist es wichtig, den Körper durch warme Kleidung zu schützen. Insbesondere sollte auf trockene und warme Füße geachtet werden. Zusätzlich ist man mit Hut und Handschuhen bestens ausgerüstet.

Die Tibetische Konstitutionslehre lebt nach der Philosophie, die innere Balance zu finden, um das Körpergleichgewicht von innen und außen zu unterstützen. Besonders in der Zeit des Wechsels ist es wichtig, den Alltag bewusst zu entschleunigen, dem Körper und Geist genug Zeit zur Erholung und Entspannung zu gönnen. In dieser Zeit geht es vor allem um Wärme und Wohlbefinden.